Das 1-gegen-1-Training im Grundlagenbereich

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Das 1 gegen 1 sollte im Training nicht unterschätzt werden

Mutiges Zweikampfverhalten durch 1-gegen-1-Situationen fördern

 Von Thomas Staack

Im Grundlagenbereich vermittelt der Trainer die fußballerischen Grundtechniken in der Grobform, insbesondere Dribbeln, Passen und Torschuss. Eine Verbesserung des Zweikampfverhaltens findet sich nicht immer in den Trainingsplänen. Dabei ist es wichtig, die Kinder früh an 1-gegen-1-Situationen zu gewöhnen und ihnen zu helfen, Scheu und Ängste vor Ball und Gegner zu überwinden.

Der Zweikampf ist eine natürliche Grundsituation des Fußballs. Jedes Spiel bietet eine Vielzahl von Zweikämpfen, die von den Spielern bestanden werden müssen. Doch die Bedeutung des 1 gegen 1 im Kinderfußball wird oft unterschätzt. Stattdessen neigen wir Trainer dazu, Passkombinationen einzustudieren und von den Kindern zu verlangen, in nahezu jeder Situation das Zusammenspiel mit ihren Teamspielern zu suchen.

Die langfristigen Folgen einer Vernachlässigung des 1 gegen 1 sind erheblich. Die Kinder trauen sich irgendwann nicht mehr, Zweikämpfe um den Ball zu führen, „begleiten“ ihre Gegenspieler nur noch und spielen geradezu panische „Sicherheitspässe“ ins Seitenaus oder in leere Räume. Dabei ist der richtige Weg das genaue Gegenteil. Wir sollten unsere Spieler zu Zweikämpfen und Dribblings ermutigen, selbst wenn sie dadurch den Ball in torgefährlichen Positionen verlieren und ein Gegentor fällt. Wir sollten die Kinder in Training und Spiel häufig 1-gegen-1-Situationen aussetzen, die sie kreativ und eigenständig lösen dürfen. Denn nur wer immer wieder frei üben darf, wird letztlich besser.

Der Trainer kann sich meistens darauf beschränken, spielnahe Situationen für die Kinder zu schaffen, in denen sie sich im 1 gegen 1 ausprobieren und Erfahrungen sammeln können. Nur gelegentlich sollte er den Kindern Tipps mit auf den Weg geben (siehe Tipps zum Spielerverhalten). Wenn wir Trainer das beherzigen, werden sich rasch Trainingserfolge einstellen. Selbst Fußballanfänger beginnen plötzlich, sich zum Ball zu orientieren, den Ball zu erobern, zu behaupten und ihre Gegenspieler zu täuschen. Unser Vertrauen in ihre Kreativität am Ball zahlen die Kinder mit Lerneifer und großem Spaß zurück.

Allgemeine Tipps zum Spielerverhalten im 1 gegen 1 im Grundlagenbereich

Angreiferverhalten
  • Ins Tempo kommen: Mit Tempo auf den Verteidiger zu dribbeln.
  • Im Tempo bleiben: Nicht vor dem Verteidiger abstoppen, möglichst wenig Tempo herausnehmen.
  • Den Verteidiger täuschen: Eine Richtung antäuschen, dabei eventuell eine Finte ausführen und dann schnell an der anderen Seite vorbei dribbeln.
Verteidigerverhalten
  • Zum Ball laufen: Immer den Ballführenden angreifen (den Gegner stellen).
  • Langsam angreifen: Nicht zu schnell auf den Stürmer zulaufen, weil der Verteidiger sonst leicht getäuscht wird.

Im Folgenden stelle ich drei Übungen vor, mit denen sich das Verhalten in 1-gegen-1-Situationen im Grundlagenbereich optimal verbessern lässt.

Viel Spaß beim Ausprobieren wünscht
Thomas Staack

Übung 1: Hase und Jäger

Hase und Jäger

Aufbau:
  • Für je sechs Spieler im Abstand von ca. 5 Metern zwei Starthütchen platzieren.
  • Neben einem Starthütchen zwei Hütchentore aufstellen.
  • Die Kinder bilden Reihen an den Starthütchen (Position A und B)
Ablauf:
  • A startet zuerst und versucht, durch ein Hütchentor zu laufen.
  • B versucht, A zu fangen.
Variationen:
  • Wettbewerb: 1 Punkt pro Laufen durch Hütchen bzw. Fangen.
  • Die Hütchentore vergrößern oder verkleinern.
  • A dribbelt mit einem Ball.

 

Übung 2: Soloturnier

Aufbau:
  • Nebeneinander drei ca. 8 x 6 Meter große Felder markieren.
  • 1 Ball pro Feld.
Ablauf:
  • Spiel 1 gegen 1. Die Kinder versuchen, über die gegnerische Außenlinie zu dribbeln.
Variationen:
  • 1-gegen-1-Turnier: Die Sieger wechseln im Uhrzeigersinn ein Feld weiter.
  • Es darf nur mit dem „schwächeren“ Fuß über die Linie gedribbelt werden.
  • Auf Minitore oder Hütchentore spielen.

 

Übung 3: 1-gegen-1-Torschuss-Konterspiel

Aufbau:
  • Ein Starthütchen neben einem Jugendtor mit Torhüter platzieren.
  • Ca. 10 Meter vor dem Tor ein zweites Starthütchen platzieren.
  • Reihen an den Starthütchen bilden (Positionen A mit Ball und B).
Ablauf:
  • A passt zu B und läuft ins Feld.
  • B nimmt den Ball in die Bewegung mit und versucht, gegen A und den Torhüter ein Tor zu erzielen.
  • Erobert A den Ball, darf er auf die Minitore kontern.
Variationen:
  • Wettbewerb: 1 Punkt pro Tor/Kontertor.
  • Ohne Kontertore und ohne Torhüter.
  • Hohe Zuspiele von A zu B.

Zahlreiche, weitere Übungen von Thomas Staack auf DFB Training online findet ihr hier.

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